Weltfrauentag 2026: Der Handballverband Rheinland setzt Zeichen für Gleichstellung

von René Weiss

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März setzt der Handballverband Rheinland ein starkes Zeichen für Chancengleichheit und strukturelle Weiterentwicklung: Silvia Wirges nimmt ihre Arbeit als erste Gleichstellungsbeauftragte auf Verbandsebene auf und wird das Gesicht für den Frauenhandball im Rheinland sein. Im Interview erklärt sie die Hintergründe und Ziele ihres Wirkens.

Sie, warum ist der Weltfrauentag für Sie und den Handballverband Rheinland ein besonderer Tag?
Silvia Wirges: Der Internationale Frauentag steht weltweit für mehr Gleichberechtigung, Sichtbarkeit und Wertschätzung von Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen. Gerade im Sport, und ganz konkret im Handball, sind diese Themen hochaktuell. Wir haben mit der Weltmeisterschaft der Frauen in kurzer Zeit große Fortschritte erzielt, aber echte Chancengleichheit entsteht nicht von allein und braucht nachhaltiges Wirken. Deshalb wollen wir heute ein klares Zeichen setzen.

Sie sind seit Januar die erste Gleichstellungsbeauftragten im Handballverband Rheinland. Was hat Sie zu Wahrnehmung der Funktion bewogen?

Silvia Wirges: Wir kennen unsere große Verantwortung als moderner Sportverband. Der Handballsport steht für Fairness, Teamgeist und Respekt. Werte, die sich auch neben dem Spielfeld zeigen müssen. Mit der Einführung einer Gleichstellungsbeauftragten schaffen wir eine feste Anlaufstelle für Fragen der Gleichstellung, Prävention und strukturellen Weiterentwicklung. Das ist ein wichtiger Schritt, um nachhaltige Veränderungen anzustoßen.

Um welche konkreten Aufgaben werden Sie sich kümmern?
Silvia Wirges:
Ich werde Beratungs- und Vertrauensperson für Vereine, Trainerinnen und Trainer, Spielerinnen sowie ehrenamtlich Engagierte sein. Darüber hinaus begleite ich strategische Prozesse, sensibilisiere für Gleichstellungsthemen, unterstütze bei der Entwicklung von Leitlinien und bringe Impulse für Frauen in Führungspositionen im Verband und in den Vereinen ein. Ich möchte Rahmenbedingungen schaffen, in denen Engagement und Leistung unabhängig vom Geschlecht gefördert werden.

Warum ist dieses Thema gerade im Handball besonders relevant?
Silvia Wirges:
Handball gehört zu den Sportarten mit einer starken weiblichen Basis im Jugend- wie auch im Erwachsenenbereich. Gleichzeitig sehen wir, dass Frauen in Spitzen- und Entscheidungspositionen immer noch unterrepräsentiert sind. Das betrifft nicht nur unseren Verband, sondern auch Strukturen im deutschen Handball insgesamt. Wir möchten als regionaler Verband mit gutem Beispiel vorangehen.

Welche Botschaft möchten Sie zum Weltfrauentag senden?
Silvia Wirges:
Gleichstellung ist kein reines Frauenthema, sondern eine gemeinsame Aufgabe für alle Aktive im Handball. Vielfalt stärkt unsere Vereine, unsere Mannschaften und unseren Verband. Zum Weltfrauentag sage ich daher ganz bewusst: Der Handballsport steht für Respekt, Chancengleichheit und eine Kultur des Miteinanders. Die Einführung der Gleichstellungsbeauftragten ist dabei kein symbolischer Akt, sondern ein konkreter Schritt in eine gerechtere Zukunft.

Wie geht es nun weiter?
Silvia Wirges:
In den kommenden Monaten werden wir ein Maßnahmenpaket erarbeiten, das Schulungen, Netzwerkformate und transparente Zielsetzungen umfasst. Wir laden alle Vereine ein, diesen Weg aktiv mitzugestalten. Gleichstellung lebt vom Mitmachen und vom klaren Bekenntnis zum Thema durch alle Beteiligten. An dieser Stelle wünschen der HVR und ich allen engagierten Frauen im Sport einen motivierenden Weltfrauentag und möchten uns bei allen Aktiven für ihren unermüdlichen Einsatz auf und neben dem Spielfeld danken.