Pressebericht: HVR Runder Tisch - 19.10.2026

von René Weiss

Informationen, Einschätzungen und Ratschläge aus erster Hand erhalten die Vereinsvertreter beim runden Tisch des Handballverbandes Rheinland, der in regelmäßigen Abständen stattfindet. Mit Hans Artschwager, dem Vorsitzenden der Konferenz der Landesverbände des Deutschen Handballbundes, und Matin Goepfert, DHB-Vorstand Mitglieder, gab es nun hochkarätigen Besuch in Koblenz.


Sie nahmen sich Zeit und hatten ein offenes Ohr für die Fragen und Anliegen von der Basis: Hans Artschwager und Martin Goepfert standen in allen Themenbereichen Rede und Antwort, bezogen Stellung zu den erfreulichen Themen wie zum Beispiel der Mitgliederentwicklung im DHB, aber auch zu den unangenehmeren wie die Debatte rund um das Vereins- und Spielbetriebsverwaltungsprogramm „Handball 360“. Rund drei Stunden lang lauschte die rheinländische Handballfamilie egal ob vor Ort oder per Online-Zuschaltung den Ausführungen der Ehrengäste zu allen Themen, die im HVR momentan eine wichtige Rolle spielen.
Dabei steht ganz weit vorn die zukünftige Ausrichtung des Spielbetriebs einhergehend mit möglichen Kooperationen oder sogar Fusionen mit Nachbarverbänden. Denn eines ist klar: „Wir müssen über unsere Zukunft nachdenken. Es wird allein schon vor dem Hintergrund der Kostenfrage schwierig sein, das aktuelle Konstrukt so über Jahre hinweg bestehen zu lassen“,  schilderte HVR-Präsident Martin Weiskopf. Der zum aktuellen Status berichtete, dass eine offene Runde mit benachbarten Verbänden im Raum steht, in der man sich über mögliche Optionen austauscht. „Wir haben den Auftrag, eine mögliche Fusion mit Rheinhessen-Pfalz auch weiterhin zu thematisieren, befinden uns aber auch bezüglich eines übergreifenden Spielbetriebs mit dem Nordrhein im Austausch. Über allem muss im Sinne der Vereine ein gut praktikabler Spielbetrieb stehen. Das ist in unserem Verband mit vielen Grenzgebieten und großen Distanzen ein wichtiges Thema.“
Hans Artschwager kennt dieses Thema aus seiner baden-württembergischen Heimat bestens, wo die einstigen Verbände Baden, Südbaden und Württemberg in einem sechsjährigen Prozess zum Baden-Württembergischen Handball-Verband verschmelzten. Mit unter anderem tragfähigeren, größeren Strukturen sowie flexiblen Zuschnitten von sinnvolleren Staffel, die sich an Kilometern und Fahrzeiten anstatt an Grenzen orientieren stellte man sich im Südwesten für die Zukunft auf. „Nicht neue Grenzen waren das Ziel, sondern bessere Leistungen für Vereine, Mitglieder und Talente“, erklärte Artschwager mit Bezug auf die Leitidee des Deutschen Handballbundes, der sich im Jahr 2019 auf die Fahnen schrieb, mit landesübergreifender Zusammenarbeit und Ressourcenbindung auf die Fahnen schrieb, zu einem Aufschwung beizutragen.
Diese Agenda war eine Reaktion auf einen Verlust von 76.000 Mitgliedern im DHB zwischen den Jahren 2005 und 2018 sowie eine internationale Durststrecke von nur drei Goldmedaillen durch die Nationalmannschaften bei Welt- und Europameisterschaften zwischen 2015 und 2019. „Wir mussten uns im Leistungssport und bei der Mitgliederentwicklung stärker aufstellen“, so Artschwager. Das ist gelungen. In Baden-Württemberg, wo man mit Kompromissfähigkeit gemeinsame Lösungen umsetzte, wie im DHB im Allgemeinen.

Martin Goepfert spricht im Jahr 2024 vom größten Mitgliederschub im DHB seit dem Jahr mit der gewonnenen Heim-Weltmeisterschaft 2007. Die Bereiche Mitglieder, Fans und Aufmerksamkeit für die Sportart sowie Leistungssport sind die Säulen, die der DHB mit seiner Arbeit anpackt. „Turniererfolge unserer Nationalmannschaften sind ein entscheidender Treiber“, erklärt Goepfert. Hier sind die Vorbilder für die Kernzielgruppe der Kinder zu Hause. Das Alter, in denen sich der Nachwuchs für seine Sportart entscheidet. „Hier kommt es auf einen attraktiven Spielbetrieb, die Verknüpfung zwischen Handball und Schule aber auch Engagementförderung an“, führt er weiter aus und nennt Initiativen wie den Grundschulaktionstag, die Mini-WM sowie das Ehrenamts-Projekt „Handball engagiert“ als wichtige Bausteine. Allesamt Offensiven, die auch der Handballverband Rheinland groß schreibt. Für die Zukunft im regionalen Handball als ein wichtiger Bestandteil um Großen.