HVR Sparkassen Pokal: HSG Kastellaun-Simmern gewinnt beim Handballfest in Bad Ems
von Matthias Lorenz


Die Männer des HSG Kastellaun/Simmern haben das Sparkassen-Final-Four des Handballverbandes Rheinland gewonnen. Die Hunsrücker haben sich nach der Endspielniederlage vor einem Jahr in Wittlich diesmal den Pokal gesichert. Der TV Bad Ems hatte am Ostermontag in der Sporthalle Silberau nicht nur einen Pokaltag, sondern ein richtiges Event auf die Beine gestellt. „Wir konnten eine super Organisation genießen. Das war herausragend“, hob HVR-Geschäftsstellenleiter Matthias Lorenz hervor, der gemeinsam mit Pokalspielleiter Rainer Schneider die Siegerehrung vornahm. Die HVR-Vertreter kündigten eine zusätzliche Attraktivierung des Pokalwettbewerbs an. HVR-Präsident Markus Weiskopf kündigte an, dass die künftigen Pokalgewinner ab der Saison 2026/27 vom Verband ein Spiel gegen einen Bundesliga-Klub geschenkt bekommen. Wie genau die Umsetzung in Sachen Pokalmodus ab der kommenden Runde aussieht, wird der Verband zeitnah ausarbeiten. Mehr als nur eine Randnotiz verdiente sich Schiedsrichter Fabius Günter. Nachdem sein Gespannpartner Christian Schmitt am Samstag krankheitsbedingt absagen musste und aufgrund personeller Engpässe im Schiedsrichterwesen an den Feiertagen keine Umbesetzung mehr möglich war, pfiff Günter das Spiel um Platz 3 und das Finale als Einzel-Unparteiischer. „Mit einer super Leistung“, wie Lorenz anmerkte. Lorenz bedankten sich ausdrücklich bei dem TV Bad Ems für die geleistete Arbeit als Gastgeber, den Teams für faire Spiele und natürlich den regionalen Sponsoren - in erster Linie dem Vorort-Titelsponsor Nassauische Sparkasse (Naspa)
Finale:
TV Bad Ems – HSG Kastellaun-Simmern 24:26 (14:12)
0:3 hinten gelegen, 14:11 geführt, 17:19 ins Hintertreffen geraten, zum 19:19 ausgeglichen, dann aber nach drei Gegentoren in Folge erneut den Anschluss verloren – so abwechslungsreich gestaltete sich aus Sicht von Final-Four-Gastgeber TV Bad Ems das Finale gegen den Regionalligisten vom Hunsrück. „Wir haben uns mehrmals zurückgekämpft. Weil unsere Stammformation in beiden Partien schon relativ viel gespielt hat, gingen am Ende etwas die Körner aus. Aber wir haben uns super präsentiert. Jeder aus dem Team kann richtig einschätzen, was wir heute geleistet haben“, sagte der zufriedene Bad Emser Trainer Andreas Klute. Die Kurstädter verlangten dem Favoriten einiges ab, verpassten den Heimsieg aber, weil die HSG in der Endphase routinierter wirkte. In weiten Teilen mit dem Regionalliga-Kader angetreten, war diese individuelle Klasse in vielen entscheidenden Aktionen erkennbar. „Bad Ems hat das gut gemacht. Ich glaube, dass unsere Erfahrung heute mit den Ausschlag gegeben hat“, schilderte Kastellauns Maximilian Grethen, der diesmal das Coaching von Mirza Cehajic übernahm. Grethen wird in der nächsten Saison die Reserve der HSG trainieren. Gegenüber dem Halbfinale legte der frischgebackene Pokalsieger mit Luca Korbion als zusätzliche Option fürs Tor und Julian Mangold personell noch einmal nach. Mangold hatte mit zwölf Toren großen Anteil am Kastellauner Sieg.
Spiel um Platz 3:
HV Vallendar - HSG Mertesdorf-Ruwertal 23:21 (11:9)
Im Halbfinale hatten die Fans des HVV den Bezirksoberliga-Meister noch lautstark unterstützt, was aus dem Wiedersehen mit dem Ex-Vallendarer Christian Schröder rührte, aber im kleinen Finale musste diese Sympathie ruhen. Trotzdem herrschte ein freundschaftliches Verhältnis. Auch nach Spielende gab’s auf der Tribüne gemeinsame Erinnerungsfotos mit Vallendarern und Mertesdorfern. Zum Spiel: Die HSG hielt die Partie wie schon in der Vorschlussrunde gegen Kastellaun/Simmern offen. Zwar ließen sich die Rot-Weißen die Führung in der verkürzten Spielzeit von zweimal 20 Minuten nie streitig machen, aber Mertesdorf blieb auf Tuchfühlung. Mit zunehmender Spielzeit machte sich bei den Ruwertalern die kurz zuvor gespielte Halbfinalpartie bemerkbar. Der etwas frischer wirkende HVV erhöhte auf vier Tore Unterschied, Andreas und Christian Schröder hielten dagegen. Fünf Minuten vor Schluss verkürzte der künftige Verbandsligist zum 18:19. Vallendars Tempospiel, das zu einfachen Toren führte, und zwei späte Zeitstrafen gegen Mertesdorf erschwerten der aufopferungsvoll kämpfenden Spielgemeinschaft die Aufholjagd. Vallendar in Front und sicherte sich den dritten Platz.
Halbfinale:
TV Bad Ems – HV Vallendar 22:14 (11:5)
Der Anreiz, sich beim Heimturnier von der besten Seite zu zeigen, beflügelte die Bad Emser. Mit starker Defensive machte der TVBE den Gästen vom Mallendarer Berg das Leben schwer. Deckung und Schlussmann Dennis Schwerdt ließen in den ersten zwölf Minuten nur ein Vallendarer Feldtor plus einen Siebenmeter zu. Bis dahin hatten der von Rechtsaußen sichere Frank Schaust und Co. schon eine Fünf-Tore-Führung vorgelegt. Vallendar wirkte noch nicht richtig wach und im Spielmodus angekommen, sodass die Partie beim 11:5-Pausenstand schon vorentschieden war. Schaust machte in der 27. Minute die Zehn-Tore-Differenz voll (17:7). Zwar gelang es dem Team von Moritz Gutfrucht anschließend, gefährlicher vor dem gegnerischen Kasten zu agieren, gegen die Akzente von Spielmacher Oliver Noll, Linkshänder Jan Sauerwein, den im Eins-gegen-eins starken Louis Herbel und die präzisen Abschlüsse aus spitzem Winkel von Schaust reichte es aber nicht.
HSG Mertesdorf-Ruwertal – HSG Kastellaun-Simmern 22:25 n.S. (12:12, 21:21)
Um ein Haar hätte die in der Bezirksoberliga-Saison verlustpunktfreie HSG Mertesdorf-Ruwertal ihre Siegesserie fortgesetzt. Wenn Kastellauns Schlussmann Maurice Lahm wenige Sekunden vor Schluss nicht sein Bein rechtzeitig hochgerissen hätte und mit einer ganz wichtigen Parade zur Stelle gewesen wären, hätte Mertesdorf den Final-Einzug geschafft. Weil Lahm parierte, musste die Entscheidung im Siebenmeterwerfen fallen. Hier scheiterten die Ruwertaler einmal an Lahm sowie einmal am Pfosten, und wil Jan Röckendorf den letzten Wurf verwandelte, sicherten sich die Hunsrücker ihren Platz im Finale. Beide Mannschaften gingen mit viel Energie zu Werke. Auf ein erzieltes Tor folgte schlagartig die Antwort auf der Gegenseite. Dem Publikum gefiel’s. Größer als zwei Tore war der Unterschied nie. In den Schlusssekunden verhinderten die beiden Torhüter die Niederlage in der regulären Spielzeit: Robin Schöler mit einem abgewehrten Strafwurf, Maurice Lahm mit dem entschärften Durchbruch von halblinks. Im Siebenmeter-Showdown hatte Kastellaun die besseren Nerven.