Hallensituation: Es geht um den Stellenwert des Handballs
von René Weiss
Während die deutsche Männer-Nationalmannschaft der Männer bei der Europameisterschaft um ein bestmögliches Abschneiden kämpft und gut ein Monat nach dem Gewinn der Silbermedaille durch die Frauen bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land hofft die Basis auf positive Effekte durch Erfolge der Aushängeschilder an der Spitze. Auch im Handballverband Rheinland (HVR), der mit der Arena Trier immerhin einen Vorrunden-Austragungsort der Frauen-WM stellte, arbeiten die Funktionäre Möglichkeiten heraus, um den Ball von den großen Turnieren im wahrsten Sinne des Wortes aufzunehmen.
Das Potenzial ist da, aber lässt sich dieses auch ausschöpfen? Diese Frage stellt sich das Präsidium mit Markus Weiskopf an der Spitze. Anlässlich der ersten Präsidiumssitzung des Jahres im Koblenzer Haus des Sports freuten sich Weiskopf und seine Kollegen, mit Stephan Wefelscheid (Freie Wähler) einen Kommunalpolitiker und Landtagsabgeordneten zum Austausch zu begrüßen.
Eine Sorge brennt den heimischen Handballern besonders auf der Seele und bereitet Sorgen: Die Hallenproblematik im nördlichen Rheinland-Pfalz. „Wir haben erstens zu wenige Hallenkapazitäten, um unseren Vereinen gerecht werden zu können, zweitens keine gute Hallenqualität und drittens bleibt das Problem mit dem Haftmittelverbot in vielen Hallen“, schilderte Weiskopf. HVR-Vizepräsident Jugend Christoph Apel nannte stellvertretend das Beispiel der Verbandsauswahl, deren Fördertraining auf dem Koblenzer Oberwerth zu seinem Bedauern mitunter zehn Minuten vorher spontan abgesagt werden, weil der ansässige Basketball-Zweitligist die Trainingszeiten kurzfristig übernimmt. „Es geht um den Stellenwert unseres Sports, den wir festigen müssen. Das führt zu großen Problemen im Bereich des Breitensports“, so Apel. Silvia Wirges ergänzt: „Wir Handballer sind zu wenig sichtbar.“
Stephan Wefelscheid skizzierte daraufhin schwierige Verhältnisse für den Sport in Rheinland-Pfalz – in der Spitze wie in der Breite. „Wir brauchen eine Infrastruktur für alle. Davon haben wir in der Fläche zu wenig. Hier muss der Sport durch ein Nadelöhr. Es ist die Aufgabe des Landes, hier aktiv zu werden. Die Verbände müssen Anstöße in Richtung der Politik geben. Das Land muss in den Spitzensport investieren, sonst werden wir diesen in unserem Bundesland verlieren, WM- und Olympia-Teilnehmer werden nicht mehr aus Rheinland-Pfalz kommen.“ Er stellte einen Sportstätten-Atlas in Aussicht, der einen Überblick über die zur Verfügung stehenden Sportstätten geben soll, wie sie abgerufen werden können und welche Kosten bei einer Reservierung anfallen. „Das wäre ein erster Schritt“, war sich das HVR-Präsidium einig.

Bilder & Text: René Weiss (Referent für Öffentlichkeitsarbeit)