Emotionen pur: Kastellaun/Simmern steigt in die Bundesliga auf
von René Weiss
Zum Feiern hatten die Spielerinnen der HSG Kastellaun/Simmern nach ihrem Turnier keine großen Kraftreserven mehr. Die drei Partien gegen den TV Engers, die JSG Mainz 05/Nieder-Olm und die SG Zweibrücken hatten Kraft gekostet auf dem Weg zum Erreichen des großen Ziels. „Es war total emotional, es sind Tränen geflossen“, schildert Trainer Sasa Puljizovic. Tränen der Freude. Drei Spiele, drei Siege vor einer tollen Kulisse in der Kastellauner Sporthalle ließen den Traum der Hunsrückerinnen direkt im ersten Anlauf Wahrheit werden. Sie werden in der Saison 2026/27 zu den 48 besten weiblichen B-Jugend-Teams in ganz Deutschland zählen und erstmals in der B-Jugend-Bundesliga dabei sein.
Die HSG-Talente blicken auf ein Qualifikations-Heimturnier zurück, das dank der großartigen Organisation durch die fleißigen Helfer im Verein zu einem Highlight wurde. Die Spielerinnen selbst brachten es mit dem ersten Platz krönend zum Abschluss. Kein weiteres Nachsitzen mehr in weiteren Qualifikationsrunden, kein Zittern, keine Nervenschlachten mehr. Stattdessen die Gewissheit, dass bei der HSG ab September Bundesliga-Handball gespielt wird.
„Wir hatten richtig starke Gegnerinnen“, sagt Puljizovic zurückblickend auf das 17:10 gegen Engers, das 21:16 gegen Zweibrücken und den 17:16-Krimi gegen Mainz/Nieder-Olm. Die Mannschaft mit dem angeschlossenen Mainzer Internat im Hintergrund. „Ich bin auf die Spielerinnen genauso stolz wie auf unseren ganzen Verein, der im Vorfeld so viel Organisationsarbeit auf sich genommen hat“, so Puljizovic. Als Ex-Profi hat er viel erlebt. Dass dieser Tag trotzdem auch bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, sagt vieles aus.
Die Siege sind die Folge aus engagierter Trainingsarbeit und einem schnellen Zusammenfinden zwischen den Spielerinnen, die schon in der vergangenen Saison für Kastellaun auf der Platte standen, und den Neuzugängen. „Die Spielerinnen sehen bei uns eine Perspektive und wissen, dass hier etwas entsteht. Die Mannschaft ist in dieser kurzen Zeit schon super zusammengewachsen“, hebt der Trainer hervor. Hinter dem Erfolg steckt viel Arbeit. Im Training, im organisatorischen Bereich und auch für die Übungsleiter. Zdravko Guduras, Carsten Lindner und Mario Percin bilden gemeinsam mit Puljizovic das Trainerteam, das die Entwicklung der Spielerinnen mit vorantreibt.
Zwei freie Wochen haben die Talente vom Hunsrück nun nach ihrem Erfolg. Dann beginnt die Vorbereitung auf das Abenteuer Bundesliga. Solche Highlight-Tage wie beim Qualifikationsturnier erlebt die HSG in der zweiten Jahreshälfte dann regelmäßig.
Der TV Engers hatte als zweite Mannschaft aus dem Handballverband Rheinland für die Qualifikation gemeldet. Die Mannschaft vom Rhein, die auf diesem hohen Level vor allem dazulernen wollte, konnte mit den gezeigten Leistungen ebenfalls zufrieden sein. Nach den beiden Niederlagen gegen Kastellaun/Simmern (10:17) und Mainz/Nieder-Olm (13:24) verdiente sich der TVE zum Abschluss mit dem 28:27-Sieg gegen Zweibrücken auch noch einen Sieg, der für Platz drei in der Abschlusstabelle sorgte.