Eine Familie, zwei HVR-Funktionen
von René Weiss
Die Handballfamilie verbindet. Über Vereins- und über Verbandsgrenzen hinaus. Sandra und Viktoria Ringel machen das mit ihrem Engagement im Handballverband Rheinland besonders deutlich. Mutter und Tochter wohnen in Hennef in unmittelbarer Nähe zur Sportschule, wo immer mal wieder auch die Nationalmannschaften zu Lehrgängen ein- und ausgehen, haben ihre Heimat somit eigentlich im benachbarten Handballverband Nordrhein. Aber was sind schon die paar Kilometer rheinabwärts? „Uns gefällt die Arbeit, die im HVR betrieben wird. Da wollen wir uns gerne anschließen, engagieren und dazu beitragen etwas zu bewegen“, sagt Sandra.
Im vergangenen Jahr meldeten sich beide zur vom HVR angebotenen C-Trainer-Lizenzausbildung an. Dabei entstanden erste Kontakte, die sich danach immer weiter im Rheinland vertieften. Man tauschte sich regelmäßig aus, kam ins Gespräch, bis letzten Endes die vakante Stelle des für den männlichen Bereich zuständigen Verbandsjugendwarts Thema wurde. Sandra Ringel sagte als Nachfolgerin des jahrzehntelang in diesem Amt tätigen Ralf Schneider voller Überzeugung zu, denn: „Aus meiner Zeit als Jugendwartin im Verein gehört der organisatorische Teil rund um den Handball zu meinen vertrauten Aufgaben. Jetzt freue ich mich darauf, mich auf Verbandsebene im Rheinland einzubringen und den Jugendhandball voller Leidenschaft unterstützen zu können.“
Die 49-Jährige hat zwar selbst nie aktiv Handball gespielt, kennt aber sowohl die Rolle des wichtigen Ehrenamts aus der Sicht der Vereinsfunktionärin als auch aus der der Spielerinnenmutter. Der Gemeinschaftsgedanke ist unabdingbar für den Erfolg als Spielerin oder Spieler: „Nur durch das gemeinsame Miteinander kann ein erfolgreiches Team entstehen. Diese Botschaft wollen wir an die Trainer, Spieler und deren Eltern weitergeben. Es ist wichtig, die Dinge im Auge zu behalten, Handlungsbedarfe frühzeitig zu erkennen und Lösungen gemeinsam zu erarbeiten. Handball ist mehr als die Zeit auf dem Spielfeld. Wir müssen versuchen in allen Bereichen bestmögliche Bedingungen zu schaffen, unter denen unsere Talente leistungsorientiert gefördert werden und sich in ihrer individuellen Persönlichkeit weiterentwickeln können.“
Tochter Viktoria spielt seit ihrem vierten Lebensjahr Handball. Sie hat in der Mittelrhein-Verbandsauswahl gespielt und spielt aktuell bei der Bonner JSG. Die Schülerin gehört dort dem B-Jugend-Regionalliga-Team an, trägt bereits seit vier Jahren Verantwortung als engagierte Trainerin einer E-Jugend und ist jetzt seit dem Erwerb der C-Lizenz die jüngste Trainerin im Handballverband Rheinland. Über dieses junge Engagement freut sich der HVR besonders, denn dort wird großer Wert darauf gelegt, der Jugend eine Entwicklungschance zu geben. Mit 16 Jahren sein erworbenes Handballwissen als Trainerin an die Kinder weiterzugeben, ist ein tolles Vorbild.
Die ambitionierte B-Jugendliche („Es wäre schön, wenn ich es später einmal in die 3. Liga schaffen würde“) ist ein echter Handball-Tausendsassa: Spielerin, Trainerin und jetzt auch noch neue Jugendsprecherin im HVR. „Ich bin motiviert, ehrenamtlich etwas beizutragen – vor allem für die Jugend – dabei habe ich für alle ein offenes Ohr, um die Themen, die die jungen Handballer umtreiben, anzugehen.“
