Die HVR-Pokale gehen nach Bassenheim und Vallendar

Der TV Bassenheim und der HV Vallendar sind die Gewinner des Handball-Rheinlandpokals. Die Ende 2019 begonnene und aufgrund der Corona-Pandemie erheblich ausgebremste Runde wurde am Ostermontag in Koblenz-Moselweiß und in Vallendar zu Ende gebracht.

Beim Volksbank-Final-Four der Frauen in Moselweiß war Bassenheims Trainer Marcus Schütz in der Halbzeit des Halbfinales gegen die HSG Hunsrück auf den Geschmack gekommen. „Wir haben gegen den Drittligisten mit 9:8 geführt und uns gesagt, dass wir jetzt auch den Pokal gewinnen wollen“, verriet Schütz. Der Plan des TVB ging auf. Der Oberligist baute seinen Vorsprung in der lange Zeit ausgeglichenen Begegnung gegen die HSG in der Endphase aus und behielt mit 20:16 die Oberhand. „Bassenheim wollte den Sieg etwas mehr als wir“, fand Hunsrück-Co-Trainer Thorsten Neuls. „Und wir hatten Schwierigkeiten in der Seitwärtsbewegung in der Abwehr.“ Bassenheim hingegen legte in der Endphase in der Abwehr noch eine Schippe drauf. Während drei Hunsrücker Angriffe mit einem verworfenen Siebenmeter und zwei technischen Fehlern endeten, verschaffte sich die Schütz-Sieben den entscheidenden Vorteil.

Gastgeber HC Koblenz gab dem Rheinlandligisten HSG Mertesdorf-Ruwertal bei dessen Final-Four-Premiere erwartungsgemäß das Nachsehen. „Wir hatten in der ersten Halbzeit deutlich zu viel Respekt vor der Koblenzer Deckung. Der Unterschied zwischen Ober- und Rheinlandliga wurde deutlich“, kommentierte Mertesdorfs Trainer Patrick Wagner, der auf mehrere Leistungsträgerinnen verzichten musste. Seine Mannschaft kam erst in der 19. Minute zum ersten Feldtor und musste mit einem 2:12-Rückstand in die Kabine gehen. „Danach haben wir uns mehr zugetraut und aus den Fehlern der ersten Hälfte gelernt“, sah Wagner eine Steigerung und gratulierte dem HC zum 25:12-Erfolg sowie dem Endspiel-Einzug.

Im Finale kamen die Koblenzerinnen besser aus den Startlöchern. Die ersten Minuten gehörten Lara Bierenfeld mit drei Treffern in den ersten vier Minuten zur 4:2-Führung. „Insgesamt hatte ich aber nie das Gefühl, dass wir das Spiel verlieren könnten“, schilderte Bassenheims Trainer Marcus Schütz nach der Begegnung. Nicole Brand brachte den TVB in der 20. Minute beim 10:9 erstmals in Führung. Als Christina Henn in der 35. Minute auf 18:13 erhöhte und der HC wenig später innerhalb kurzer Zeit drei Zeitstrafen erhielt, schien sich die Vorentscheidung anzudeuten. Aber das Team von Michelle Sorger scheute sich nicht im Geringsten vor der Unterzahl. Torhüterin Stefanie Hayer packte einige starke Paraden aus, wehrte unter anderem drei Siebenmeter ab. Anna Simon verkürzte in der 48. Minute auf 21:23 – das Startsignal für eine spannende Endphase, in der Bassenheim, angeführt vor der achtfachen Torschützin Jana Schubert, aber den Tick besser war und sich schließlich mit 28:24 behauptete. „Trotz der Niederlage ziehe ich den Hut vor den Mädels. Sie haben eine gute Leistung gezeigt“, sagte Michelle Sorger, die unter anderem drei A-Jugendliche aufbot, die ihre Sache gut machten.

Das Volksbank-Final-Four erlebte eine Premiere: Dank des Streaming-Anbieters sprungwurf.tv, der mit einem Drei-Mann-Team vor Ort war und das komplette Endturnier live ins Internet transportierte, wurde erstmals ein Handballspiel im Handballverband Rheinland via Livestream übertragen.

TV Bassenheim HV Vallendar

Das Männer-Endspiel des Sparkassen-Final-Fours sah anders als in Moselweiß eine jubelnde Heimmannschaft nach der Schlusssirene. Der HV Vallendar gewann mit 28:17 gegen den Oberliga-Konkurrenten HSG Kastellaun/Simmern. Die Spielgemeinschaft vom Hunsrück ging zunächst mit 2:0 in Führung, danach nahmen die Löwen das Heft in die Hand. „Die Mannschaft hat unseren Plan sehr gut umgesetzt“, lobte HVV-Trainer Veit Waldgenbach. Mit viel Tempo und Geradlinigkeit trugen die Gastgeber ihre Angriffe vor, sodass sie schon nach 30 Minuten mit 14:6 führten. „Das war eine super Basis für uns“, so Waldgenbach, der in der zweiten Halbzeit im Hinblick auf die nächsten Wochen in der Oberliga einige personelle Veränderungen vornahm und einige Sachen ausprobierte. Die Begegnung wurde noch wilder, der letzte Fokus fehlte auf beiden Seiten, weil die Entscheidung bereits gefallen war. Die Vallendarer qualifizierten sich durch den Pokalsieg für den DHB-Amateur-Pokal, der im Januar beginnt.

Volksbank-Final-Four der Frauen

Finale:
TV Bassenheim – HC Koblenz 28:24 (15:13)
Bassenheim: Gabriel, Lohner, Wambach (2), Brand (2), Schubert (8), Oster (3), Israel, Henn, Schlapp (2), Hommen (8/5), Klapperich, Hoppe, Henn (2), Kohlenbeck (1).
Koblenz: Heinz, Hayer, Gerken – Bierenfeld (6), Mauer, Ring (3), Hermanski, Schäfer (2), Becker, Simon (5), H. Kleeschulte (4/4), Olbrich (4), S. Kleeschulte, Nuhn.

Schiedsrichter: Erik Kruber/Richard Rosteck.

Halbfinale:
TV Bassenheim – HSG Hunsrück 20:16 (9:8)
Bassenheim: Gabriel, Lohner, Wambach (2), Brand, Schubert (5), Oster (1), Israel, Henn, Schlapp (4), Hommen (1), Klapperich (3/3), Hoppe, Henn (2), Kohlenbeck.
Hunsrück: Born, Junglas, Frank (2), Wies (2), Tatsch, Röoemer, Regitz, Rolinger (1), Gräber (8/2), Hahn (2), Müller, Schmiedebach (1), Bach, Molz.
Schiedsrichter: Christian Schmitt/Christian Weiß.

HSG Mertesdorf-Ruwertal – HC Koblenz 12:25 (3:12)
Mertesdorf-Ruwertal: Becker, Eiden, Irschfeld (2), Britz (1), Himmelreich (2/1), Thinnes (2), Jenetz (1), Reber (1), Meyer (3).
Koblenz: Heinz, Gerken, Hayer, Bierenfeld (4), Mauer (1), M. Simon, Ring (2), Becker (1), Hermanski (1), Schäfer (6), A. Simon (3/1), Kleeschulte, Olbrich (7), Nuhn.
Schiedsrichter: Erik Kruber/Richard Rosteck.


Finale des Sparkassen-Final-Four der Männer

HV Vallendar – HSG Kastellaun/Simmern 28:17 (14:6)
Vallendar: Lorenz, Schenk - Schmitt, Lohner (3), Schmidt (6/4), Woods (2), Stein (1), Schröder (7), Corcilius, Klein, Brügel (4), Fischer (1), Buch (1), Schüller (3).
Kastellaun/Simmern: Schmidt, Lahm - Friedt, Wetstein (2), Hoff (1), Kötz (5), Mallmann (1), Schneiders (2/1), Hassley (1), M. Kaltenmorgen (2), L. Kaltenmorgen, Schmitz, Bottlender (1), Röckendorf (2).
Schiedsrichter: Michael Sauerwein/Harald Schneider.

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