Corona-Situation macht auch HVR zu schaffen

- (René Weiss) - Spätestens als Hermann Josef Häring das Wort ergriff, wurde allen die ernsthafte Situation bewusst. „Es geht um die Existenz des Verbandes und damit auch die der Vereine. Denn ohne Verband kann auch kein Spielbetrieb im Rheinland aufrechterhalten werden“, schilderte der Geschäftsführer des Handballverbandes Rheinland (HVR) ein Szenario, das durchaus drohen könnte. Die Darstellung der prekären Lage und das Aufzeigen möglicher Lösungswege veranlasste die HVR-Führungsriege, die Vertreter seiner Vereine zu einer Online-Konferenz zusammenzutrommeln und den transparenten Austausch zu suchen. Rund 50 Verantwortliche aus den Klubs lauschten den Worten von Häring, Präsident Peter Josef Schmitz und Finanzen-Vizepräsident Klaus Müller.

Die Corona-Pandemie beeinträchtigt seit knapp einem Jahr den Hallensport in besonderem Maße und reißt tiefe Löcher in die Verbandskassen. „Unser Haushalt ist schon immer auf die engste Kante genäht, und im Jahr 2020 sind wir noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen“, machte Müller deutlich, aber jetzt sei das Präsidium in Sachen Einsparungen schon an den Grenzen angekommen. Die Geschäftsstellen-Mitarbeiter befinden sich seit Dezember in Kurzarbeit und auch alle weiteren Möglichkeiten, die Ausgabenseite zu drücken seien so gut wie ausgereizt. Trotzdem drohe im Zeitraum März/April ein Liquiditätsengpass, weil der Deutsche Handballbund (DHB) seine Landesverbände weiterhin zur Kasse bittet, während sich der HVR aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen keine Hoffnungen auf finanzielle Unterstützung durch öffentliche Fördermittel machen kann. „Es laufen Gespräche mit möglichen neuen Sponsoren“, erklärte Präsident Schmitz, machte aber auch deutlich: „Zeitnahe Abschlagszahlungen der Meldebeiträge durch die Vereine sind notwendig für unseren Fortbestand. Wir kennen natürlich die Nöte der Vereine in der momentanen Zeit. Und Zahlungen treffen sie dort, wo es schmerzt, aber wir alle können die Situation nicht ändern. Die Alternative wäre, den Verband abzuwickeln.“

Es ist ein Mittelweg, den das Präsidium wählt: Der HVR benötigt in wenigen Wochen Eingänge auf seinem Konto, hat die Meldebeiträge gleichzeitig aber auch um 35 Prozent gesenkt und wird auf die obligatorische Kostenumlage für das Schiedsrichterportal sowie das Spiel- und Passverwaltungsprogramm verzichten. „Mit der Reduzierung um 35 Prozent befinden wir uns deutschlandweit im unteren Drittel. Finanziell wesentlich besser aufgestellte Verbände haben die Möglichkeit, die Meldegelder komplett auszusetzen, andere wiederum erheben die vollen Beträge“, gab Schmitz einen Überblick.

Ein erstes Stimmungsbild während der Online-Konferenz macht Schmitz und Co. Mut. Der Großteil der Vereine sagte zu, für Abschlagzahlungen bereitzustehen. Axel Weinand von der HSG Wittlich brachte die Meinung vieler zum Ausdruck: „Wir sitzen alle in einem Boot. Gemeinsam kommen wir da raus.“

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