20. März 2020

Corona: Auswirkungen auf den Spielbetrieb

Die Corona-Krise wirft Fragen über Fragen auf. Wie sehen die Prognosen aus? Wann kehrt ansatzweise wieder der normale Alltag ein? Auch aus handballerischer Sicht ist vieles unklar - und für den Fall, dass die genauso wie in fast allen Landesverbänden auch im Handballverband Rheinland zunächst einmal bis zum 19. April ausgesetzte Saison am Ende tatsächlich abgebrochen wird, sind viele Szenarien möglich. Ein Überblick über den aktuellen Stand und die möglichen Vorgehensweisen sowie zu klärende Fragen.


Welcher Tabellenstand zählt?
Eine Wertung der Tabellen zum Stand des Saisonabbruchs gestaltet sich schwierig, vor allem, weil nicht zwangsläufig alle Mannschaften die gleiche Anzahl an Partien absolviert haben. Sportrechtlich wäre das in Ordnung, zivilrechtlich hingegen schwierig zu vertreten. Eine Variante wäre, den Stand nach dem Hinrundenende zu Rate zu ziehen. Dann ergäbe sich zumindest ein einheitliches Bild. Ebenso theoreitsch denkbar: Die neue Runde 2020/21 mit unveränderten Zusammenstellungen der Ligen starten zu lassen oder die Spielklassen nach Aufnahme der Aufsteiger aber ohne Absteiger aufzustocken. Generell lautet die Devise, nach sportlichen Gesichtspunkten zu urteilen. Ein konkretes Beispiel, das die Komplexität verdeutlicht: In der Rheinlandliga belegen der SV Urmitz und die Turnerschaft Bendorf vor der abgeschlagenen HSG Eifel punktgleich die Plätze zehn und elf. Was, wenn der Elfte nun absteigen müsste und der Zehnte nicht? Der direkte Vergleich, der in so einem Fall bei Punktgleichheit das nächste Kriterium ist, kann nicht herhalten, weil es erst ein direktes Aufeinandertreffen gab.

Was würde mit der Relegation zur Oberliga passieren?
Bekanntermaßen steigen von den Meistern der Rheinlandliga, der Saarlandliga, der Pfalz-Liga und der Rheinhessen-Liga nur die zwei Mannschaften auf, die die "Play-offs" für sich entscheiden. Sollten diese ausfallen, stellt sich die Frage, ob die RPS-Oberliga von 16 auf 18 Mannschaften aufgestockt wird, was zu einem enormen Pensum für die Mannschaften führen würde. Möglichkeit B: Eine Aufsplittung der Oberliga in zwei nach geographischen Gesichtspunkten geteilte Gruppen.

Was passiert mit den Verbandsligen?
Die Verbandsliga-Staffeln Ost und West sollten im Sommer eigentlich zu einer verbandsweiten verschmelzen. Bleibt es dabei oder wird diese Planung um ein Jahr aufgeschoben? Einerseits haben einige Vereine auf das Ziel, sich für die eingleisige Verbandsliga zu qualifizieren, hingearbeitet, andererseits hätten die Verfolger der Top-Sechs keine Möglichkeit mehr, noch auf die Plätze vorzustoßen, die zu einer Verbandsliga-Zugehörigkeit 2020/21 berechtigen. Auch hier wartet eine schwierige Entscheidung.

Jugend: Wer darf sich Meister nennen?
Teilweise stehen Rheinlandmeister schon fest, teilweise standen die Final-Fours um die Verbandstitel noch aus, da sich der Spielbetrieb in den Spielbereichen noch in vollem Gange befand. Der Unterschied zu den Großen: Die Saison im Nachwuchs wurde definitiv bereits abgebrochen, sodass es ein einigen Altersstufen in diesem Jahr keine Rheinlandmeister geben wird. Offen ist die Frage, ob man die Meister auszeichnet, die bereits feststehen, oder in dieser Saison von Ehrungen komplett absehen wird.

Wer entscheidet?
In den Rheinland- und Verbandsligen fällt der Spielausschuss des HVR die Entscheidungen, auf Spielbereichs-Ebene sind die entsprechenden Leiter zuständig. Auf höchster deutscher Handball-Ebene hat der DHB nun eine namhaft besetzte Arbeitsgruppe installiert, die den Landesverbänden Lösungsmöglichkeiten zur Hand geben soll und dabei ein möglichst einheitliches Vorgehen anstrebt.

Zurück zur Übersicht