27. Dezember 2019

RLP-Auswahl hat Probleme mit Plan B

Beim Deutschland-Cup der männlichen Jugend waren mit Jacob Ullmann und Tim Hemmerle vom TV Mülheim auch zwei HVR-Vertreter mit von der Partie. Am Ende gab es Platz 13.


Als das Ergebnis der Gruppenauslosung feststand, war dem Trainer-Team der männlichen Handball-Rheinland-Pfalz-Auswahl bereits bewusst, dass der Deutschland-Cup in Berlin diesmal kein Zuckerschlecken wird. "Von Losglück konnten wir wahrhaftig nicht sprechen", sagte Rudi Engel, der Verbandstrainer des Handballverbandes Rheinland (HVR), der das Team gemeinsam mit Jan Ludwig (Rheinhessen) und Detlef Röder (Pfalz) bei der "deutschen Meisterschaft der Landesverbände" betreute. Aus rheinländischer Sicht standen zwei Mülheimer in der Bundeshauptstadt auf der Platte: Jacob Ullmann und Tim Hemmerle sammelten wichtige Erfahrungen. "Leider war der HVR zahlenmäßig diesmal nicht so gut vertreten. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir mit dem nächsten Jahrgang wieder eine bessere Rolle spielen. Nicht von ungefähr haben die 2004er ja, genauso wie bei den Mädchen, das Landesjugendsportfest gewonnen", erzählte Engel.
In der Vorrunde musste Rheinland-Pfalz gegen Bayern, Sachsen-Anhalt und Westfalen antreten - drei Schwergewichte mit ganz viel Qualität in ihren Reihen. "Hinter Sachsen-Anhalt stecken zum Beispiel große Teile des Magdeburger Internats. Sie trainieren in einer Woche gefühlt häufiger gemeinsam als wir in einem ganzen Jahr", beschrieb Engel die ungleichen Voraussetzungen.
So überraschte es nicht, dass die Rheinland-Pfälzer die drei Partien allesamt verlor und Gruppe D auf dem vierten Platz abschlossen. "Man muss ganz deutlich sagen, dass wir erwartungsgemäß keine Chance hatten", resümierte Engel nach den klaren Niederlagen (22:30 gegen Bayern, 18:24 gegen Westfalen und 19:25 gegen Sachsen-Anhalt). In der Abwehr präsentierte sich der Außenseiter dabei sehr ordentlich, im Angriff hingegen machte sich ein deutlicher Unterschied bemerkbar. Engel: "Es zog sich durch alle drei Begegnungen, dass wir am Anfang gut mitgehalten und teilweise sogar geführt haben, aber mit zunehmender Spieldauer machte sich der Qualitätsunterschied bemerkbar. Wenn wir auf Plan B zurückgreifen mussten oder sich unsere Gegner auf unser Spiel eingestellt hatten, bekamen wir Probleme."
Während bei vielen Gegnern Jugendnationalspieler auf der Platte standen, fehlt dem rheinland-pfälzischen 2003er-Jahrgang zum Beispiel ein Ausnahmekönner wie der ehemalige Friesenheimer Benjamin Lincks, der inzwischen in Dormagen spielt und seinem Heimatverband verloren gegangen ist. "Bei der DHB-Sichtung war er noch eine wichtige Stütze unseres Teams", erinnert sich Engel. In Berlin mussten andere in die Bresche springen. Besonders gut gelang das dem Friesenheimer Malte Dorra, der prompt eine Einladung zum Probetraining bei GWD Minden erhielt, sowie die beiden Nieder-Olmer Niklas Glindemann und Denis Milosavljevic, die Beachhandball-Jugendnationaltrainer Konrad Bansa für den nächsten Lehrgang nominierte.
Dorra, Glindemann und Milosavljevic zeigten ihre Klasse insbesondere in den Begegnungen der Platzierungsrunde, in der mit Bremen und Brandenburg zwei Gegner auf Augenhöhe warteten. "Die Jungs spürten", so stellten das Trainer-Trio schnell fest, "dass sie eine Chance haben und gingen mit viel mehr Selbstvertrauen zu Werke." Der 21:19-Erfolg über Bremen sowie das 24:20 gegen Brandenburg im abschließenden Spiel um Platz 13 unter 16 angetretenen Mannschaften belegten diese Einschätzung.
Turniersieger wurde die Mannschaft des Mittelrhein, die sich im Finale mit 27:24 gegen Sachsen behauptete.

Rheinland-Pfalz: Luis Friedrich, Paul Rutz - Niclas Josten (7), Lars Wagenknecht (4), Lukas Emmel (1), Tim Hemmerle (2), Arved Horchheimer (11), Johannes Köster (3/1), Paul Kunkel (13), Tobias Kurz (5), Niklas Glindemann (5), André Pitthan (2/1), Jacob Ullmann (7), Denis Milosavljevic (7), Till Schenkel (12/2), Malte Dorra (25/5).

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