10. Januar 2019

HSG Hunsrück gelingt Final-Revanche

Die HSG Hunsrück hat sich zum ersten Mal die Handball-Rheinlandpokal der Frauen gesichert. Im Finale besiegte der Gastgeber den TV Bassenheim.

Sascha Burg deutet in Richtung Tribüne: "Hier ist immer voller Haus. In Kleinich wird Handball gelebt", schwärmt der Trainer der HSG Hunsrück am Sonntagnachmittag während des Spiels um Platz 3 beim Sparkassen-Final-Four um den Rheinlandpokal der Frauen. Burg seinen Spielerinnen bereiten sich in diesen Momenten geistig bereits auf das Endspiel vor. Die Neuauflage des Vorjahresfinales gegen den TV Bassenheim, und als später im Laufe des Abends die Revanche gegen den Titelverteidiger geglückt war, lebte Kleinich nicht nur Handball - Kleinich feierte Handball. Zum ersten Mal sicherte sich die Hunsrücker Spielgemeinschaft den Rheinlandpokal und sicherte sich damit den Einzug in die erste Runde des DHB-Pokals, die im September ausgespielt wird. "Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft", freute sich Burg über den Titel.

Mit 24:18 gewannen die Kombinierten aus Irmenach, Kleinich, Horbruch, Gösenroth und Laufersweiler das Finale über eine Spielzeit von zweimal 20 Minuten gegen ihren Oberligakonkurrenten vor gut 300 Zuschauern. Die Minuten vor und nach der Pause entscheiden die Partie, als die HSG von 11:9 auf 15:9 davonzog. Es passte, dass mit HSG-Talent Amelie Gilanyi und Melissa Gräber die beiden prägenden Spielerinnen des Finales (sieben Tore für Gräber, sechs für Gilanyi) die vier Tore zur Vorentscheidung erzielten. "In dieser Phase haben wir uns selbst geschlagen", monierte Bassenheims Trainer Wolfgang Becker. Der Final-Four-Ausrichter war von nun an nicht mehr zu bremsen, baute den Vorsprung immer weiter aus, führte zwischenzeitlich mit zehn Bällen Differenz, ehe dem TVB noch Ergebniskosmetik gelang.

Ähnlich ausgelassen wie der Pokalsieger feierte der TuS Bannberscheid. Wer unmittelbar nach dem Ende der Partie zwischen dem TuS und der FSG Arzheim/Moselweiß die Hirtenfeldhalle betrat und den Spiel- beziehungsweise Zeitplan nicht genau vor Augen hat, könnte denken, die Trophäe gehe in diesem Jahr in den Westerwald. Wie Flummis hüpften die Spielerinnen über das Spielfeld, lagen sich freudestrahlend in den Armen. Mit 12:11 hatte die Mannschaft um Spielertrainerin Melanie Knapp gerade die Spielgemeinschaft aus Koblenz geschlagen - zwar "nur" im kleinen Finale um den dritten Platz, aber das tat der Freude keinen Abbruch. Erstens war bereits das Erreichen des Endturniers für den TuS ein riesiger Erfolg, zweitens hatte der Rheinlandliga-Dritte gerade einen gestandenen Oberligisten in die Knie gezwungen. "Hier dabei zu sein, war für uns bereits großartig, und dann noch ein Spiel zu gewinnen - sensationell", sprudelte es aus Spielertrainerin Knapp regelrecht heraus.

"Überragend." So bezeichnete sie die erste Halbzeit ihrer Mannschaft gegen den Favoriten vom Rhein, in der Bannberscheid einen 9:3-Vorsprung herauswarf. "Wir haben in der Abwehr nicht zugepackt und erlaubten uns im Angriff zu viele Einzelaktionen. So darf man sich nicht verkaufen", redete Arzheims Trainerin Michelle Sorger Klartext.

Melanie Knapp wusste, dass die Spielgemeinschaft nach der Pause "wohl mit dem Messer zwischen den Zähnen" aus der Kabine zurückkehrt. "Und wir sind genau in diese Falle getappt, haben unvorbereitet abgeschlossen." Die Koblenzerinnen schlossen auf zum 9:10, aber ein Siebenmeter-Nachwurf und ein verwandelter Strafwurf durch Eva Eichmann brachten Bannberscheid wieder einen Vorteil ein. Mehr als der Anschluss zum 11:12-Endstand durch Annika Bach gelang der FSG dann nicht mehr. "Wir sind froh, dass wir im ersten Abschnitt einen so großen Vorsprung herausgeworfen hatten", atmete Knapp auf, wobei die verkürzte Spielzeit von zweimal 15 Minuten dem Außenseiter natürlich auch in die Karten spielte.
Gegen den Gastgeber und späteren Titelträger HSG Hunsrück reichte der Knapp-Sieben aber auch die "Kurzdistanz" nicht zur Überraschung. Der ehemalige Regionalligist ärgerte die HSG eingangs und führte mit 3:2, doch als Hunsrück-Trainer Sascha Burg von der Bank energisch mahnte, Abwehr zu spielen und nicht nur rumzustehen, kam der Turnierausrichter ins Rollen und warf einen 24:14-Erfolg heraus. "Die HSG Hunsrück befindet sich natürlich in einer anderen Welt. Aber mit zehn Toren gegen diese Mannschaft zu verlieren, ist in Ordnung für uns", war Knapp auch mit der Halbfinalleistung ihres Teams zufrieden. "Man muss nur einmal sehen, welche deutlichen Ergebnis sie in der Oberliga einfahren."

Deutlich enger ging es im ersten Halbfinale zwischen Bassenheim und Arzheim/Moselweiß zu. Beide Teams begegneten sich weitestgehend auf Augenhöhe, ehe ein Bassenheimer Zwischenspurt nach der Pause eine 14:11-Führung einbrachte. "Wir haben gekämpft, aber über eine so kurze Spielzeit ist es schwierig, einen Drei-Tore-Rückstand aufzuholen", sagte FSG-Trainerin Michelle Sorger. Durch eine offene Manndeckung in den letzten beiden Minuten holte ihr Team noch einmal auf, aber beim Stand von 17:19 ertönte die Schlusssirene.

Fotos vom Final-Four auf der HVR-Facebook: https://www.facebook.com/HVRheinland/

Finale:
TV Bassenheim - HSG Hunsrück 18:24 (9:13)
Bassenheim:
Balmert, Lohner - Wambach (1), Riehl, Schubert (7), Oster, Israel, S. Henn, Hommen (4), Schmitz (1), EIffler (3), C. Henn, Richter (2/1), Gabriel.
Hunsrück: Born, Martin-Stoleru - Vollrath, A. Frank, Wies (1), M. Frank (2), Reuter, Gilanyi (6), Hoemann (1), Jost (3/1), Gräber (7), Jacobs (4), Molz.
Schiedsrichter: Ernst Ebert/Stephan Frank.

Spiel um Platz 3:
FSG Arzheim/Moselweiß - TuS Bannberscheid 11:12 (3:9)
Arzheim/Moselweiß:
Heinz, Hayer, Werner - Bender (2), Weigand, Becker, Schmidt, Schäfer (4), Bach (3/1), Meier (1), H. Kleeschulte, Olbrich (1), S. Kleeschulte, Nuhn, Hayer.
Bannberscheid: Sonntag, Seel - Kohns (3), Kohn-Bolze, Knapp (2), Eichmann (4/1), Gerlach, Schlapp, Haberstock (2), Sitzen, Adzija (1), Schönberger, Cusenza.
Schiedsrichter: [b]Ernst Ebert/Stephan Frank.

[b]Halbfinale:
TV Bassenheim - FSG Arzheim/Moselweiß 19:17 (10:10)
Bassenheim: [b]Balmert, Lohner - Wambach (1), Riehl, Schubert (6), Oster, Israel, S. Henn, Hommen (6/1), Schmitz (1), Eiffler, C. Henn (1), Richter (4), Gabriel.
[b]Arzheim/Moselweiß:
Heinz, Hayer, Werner - Bender (1), Weigand (1), Becker, Schmidt (1), Schäfer (3), Bach (5), Meier, H. Kleeschulte (1), Olbrich (2), S. Kleeschulte, Nuhn (3), Hayer.
Schiedsrichter: Christian Schmitt/Christian Weiß.

TuS Bannberscheid - HSG Hunsrück 14:24 (8:11)
Bannberscheid:
Sonntag, Seel - Kohns (3), Kohn-Bolze, Knapp, Eichmann (4/2), Gerlach, Schlapp (2), Haberstock (2), Sitzen (1), Adzija (2), Schönberger, Cusenza.
Hunsrück: Born, Martin-Stoleru - Vollrath (3), A. Frank, Wies (2), M. Frank (1), Reuter (1), Gilanyi, Hoemann (2), Jost (3/1), Gräber (4), Jacobs (6), Molz (2).
Schiedsrichter: Christian Schmitt/Christian Weiß.

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