20. April 2018

Den Handball aus allen Perspektiven erfahren

"Herzlichen Glückwunsch, Hermi Häring!" Der HVR-Geschäftsführer feiert heute seinen 60. Geburtstag.


Hermi Häring (Bildmitte) neben Jugendhandballförderder Alfred Hahn (links) und HVR-Präsident Peter Josef Schmitz.

Was macht ein Handballer nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn, wenn er so innig mit seiner sportlichen Leidenschaft verbunden ist, dass er sich nicht so einfach von ihr loslösen kann? Er bleibt dem Sport zum Beispiel in einer anderen Funktion erhalten. Als Trainer in etwa oder auf Funktionärsebene. Bei Hermann Josef Häring hieß es, nachdem er Ende der 1990er-Jahre seine Schuhe an den Nagel gehängt hatte, nicht "oder" sondern "und". Der Kärlicher, der am Freitag, 20. April, seinen 60. Geburtstag feiert, hat den Handball von allen möglichen Seiten betrachtet. Als Spieler, Übungsleiter, Ehrenamtler und nicht zuletzt als Geschäftsführer des Handballverbandes Rheinland. In dieser Funktion kann er seit Februar bereits auf eine 25-jährige Dienstzeit zurückblicken.

Im Alter von sieben Jahren nahm "Hermi" Häring bei seinem Heimatverein TV Kärlich erstmals den Ball in die Hand. "Wir hatten eine tolle Mannschaft, die über Jahre hinweg der Rheinlandauswahl entsprach, und einen Bezirks- sowie Rheinlandtitel nach dem nächsten gewann", erinnert er sich. Nicht nur auf Verbandsebene machte der TV damals in den 1970er-Jahre von sich Reden. 1974 gewannen die Kärlicher Jungs die deutsche B-Jugendmeisterschaft, in der nächsten Jahrgangsstufe sicherten sie sich den Westdeutschen Titel und erreichten Platz drei bei der deutschen Meisterschaft. Eine Mannschaft mit Potenzial, die geschlossen in den Seniorenbereich aufrückte und im ersten Jahr bei den "Großen" auf Anhieb Oberligaplatz drei belegte. Wer erfolgreich spielt und Talent besitzt, macht andere Vereine auf sich aufmerksam.

Auch Häring erarbeitete sich einen Platz in den Notizblöcken der Späher großer Klubs. Von 1978 bis 1980 spielte er für Grün-Weiß Dankersen. Mit dem Vorgängerverein der heutigen GWD Minden gewann er 1979 den DHB-Pokal. "Was ich handballerisch in meiner Heimat erreichen konnte, habe ich geschafft. Es wäre sicherlich mehr möglich gewesen, aber dafür war ich ein Stück weit zu heimatverbunden. Und wenn man den gewohnten Kirchturm nicht mehr sieht, ist vieles anders", sagt der 20-fache Jugend- und Juniorennationalspieler, der im DHB-Unterbau zum Beispiel gemeinsam mit Uwe Schwenker und Torhüterlegende Andreas Thiel spielte. "Die Kontakte sind bis heute bestanden geblieben, man sieht sich immer mal in jetzt anderen Funktionen wieder", so Häring, der eben wegen seiner Heimatverbundenheit Angebote von TuSEM Essen und der SG Wallau/Massenheim ablehnte.

Seine erste "andere Funktion" übernahm er als Trainer, nachdem Bonn, Mülheim-Kärlich und Vallendar als weitere sportliche Stationen bereits in der Vita gestanden hatten. Mit der HSG Mülheim-Kärlich/Bassenheim wollte man bis zum Jahr 2000 in die 2. Bundesliga aufsteigen. Unter Härings Regie schaffte es die Mannschaft bereits in der Saison 1997/98. Später sprang er immer mal wieder als Übergangscoach ein und assistierte Heino Kirchhoff, weil er Umfeld und Mannschaft aus der Vergangenheit bestens kannte.

Nach einem Intermezzo bei der HSG Biewer/Pfalzel schlug der Rheinländer in der Heimat seine Zelte wieder auf. In Mülheim-Kärlich baute er bis zum Jahr 2007 eine junge Mannschaft auf. Dass Häring mit Talenten gut umgehen kann, bewies er auch mit der Mülheimer A-Jugend, die in der Saison 2011/12 in der Bundesliga einen guten Eindruck hinterließ. "Als Trainer ein großer Erfolg für mich mit einem tollen Team", blickt Häring zurück.

Zu diesem Zeitpunkt hatte er aus seiner Leidenschaft Handball längst seinen Beruf gemacht. Als der Handballverband Rheinland 1993 in einer Stellenausschreibung einen Geschäftsstellenleiter suchte, schrieb der Ex-Spieler eine Bewerbung und bekam den Zuschlag. Ein Mann, der die heimische Handball-Szene aus dem Effeff kennt, fand die richtige Position.

Seitdem hat sich im Handball viel verändert. Es hieß und heißt noch immer mit der Zeit zu gehen. "Das aktuelle Beispiel ist die Digitalisierung des Spielbetriebs. Ein großer, wichtiger Schritt für uns", sagt der HVR-Geschäftsführer, der zudem als Förderkreis-Mitglied auch die ehrenamtliche Seite bestens kennt. "Ich denke, wir haben im HVR viel bewegt und vorangebracht." Dazu will er auch in den nächsten Jahren weiterhin beitragen. Denn im Alter von 60 Jahren ist es noch lange nicht an der Zeit in den (Handball-)Ruhestand zu gehen.

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