28. März 2016

HV Vallendar gewinnt den HVR-Pokal

Der Pokal des Handballverbandes Rheinland geht zum vierten Mal nach 2010, 2011 und 2014 an den HV Vallendar. Die Löwen behaupteten sich zunächst im Halbfinale gegen den Erzrivalen TV Mülheim und ließen auch im Endspiel dem Rheinlandligisten Turnerschaft Bendorf keine Chance.



Der Turniergastgeber freute sich über Pokal, Medaillen und Preisgeld, darf aber erneut nicht am DHB-Amateurpokal teilnehmen. Warum? Dafür hätte der HVR seinen Starter bis zum 18. Dezember des vergangenen Jahres ermittelt haben müssen. Allerdings könnte sich das schon im kommenden Jahr ändern. HVR-Präsident Peter-Josef Schmitz kündigte an, dass der Spielplan in der nächsten Runde möglicherweise entsprechend umgekrempelt wird. Darüber soll im April entschieden werden.

Halbfinale:
HV Vallendar - TV Mülheim 18:15 (9:9)
Vallendar erwischte im Derby den besseren Start und ging zunächst mit 3:1 in Führung. Der TVM erreichte nach fünf Minuten jedoch auch Betriebstemperatur und hatte das Ergebnis durch einen Vierer-Lauf in der zehnten Minute gedreht (3:5). Bis zur Halbzeit der verkürzten Spielzeit von zweimal 20 Minuten begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe, sodass es mit einem 9:9 in die Kabinen ging. Die entscheidende Phase erlebte die Begegnung direkt nach Wiederbeginn. Der HVV stand nun besser in der Abwehr und ließ alle Mülheimer Angriffsversuche an sich abprallen. Zehn Minuten lang hielt die Löwen-Deckung dicht, und als Martin Langen für die Gäste die Durststrecke beendete, lag der ehemalige Drittligist schon mit 13:10 vorne. Oliver Lohners 16:11 (36.) bedeutete die endgültige Entscheidung. "Wir haben verdient gewonnen", urteilte Vallendar-Trainer Wolfgang Reckenthäler. Dem stimmte sein Mülheimer Kollege Hilmar Bjarnason zu: "Wir haben in der zweiten Halbzeit etwas den Faden verloren."

Vallendar: S. Stein, Burgard - Hertz (2/1), Baldus (1), Lohner (2), Jackmuth, D. Stein, Schäfer, Woods (2), Graulich (1), Meder (1), Gerdon (7), Waldgenbach (2).
Mülheim: Winkel - Freimuth (1/1), Zerwas (4/2), Helf (3), Dahmen (1/1), Nauroth, Vogt (4), Glaubetz, Langen (2), Exenberger, Schwenzer.
Schiedsrichter: Hendrik Balagny/Julian Wiedenmann (TV Bad Ems).
Zeitstrafen: 1:2.
Siebenmeter: 4/1:4/4.

HSC Schweich - Turnerschaft Bendorf 22:23 n.S. (10:8, 17:17)
Wenn eine Partie zum Ende der regulären Spielzeit unentschieden steht, kann es schon einmal vorkommen, dass beide Trainer die gleichen Worte zu Gunsten ihres Teams auslegen: "Wir hätten die Partie für uns entscheiden können", sagten sowohl der Schweicher Andreas Rosch als auch der Bendorfer Christoph Barthel. Der Sieg ging schließlich an die Turnerschaft, die sich damit für die Hinrunden-Niederlage in der Rheinlandliga revanchierte. Im Siebenmeterwerfen brachte der 16 Versuch die Entscheidung. Nachdem David Mohrs für Bendorf getroffen hatte, scheiterte Matthias Hertz am gegnerischen Schlussmann Matthias Kunz - Bendorf stand im Finale. Schweich lag lange Zeit in Führung, maximal mit drei Toren (7:4, 13:10, 14:11). Dann wendete sich das Blatt allerdings. Konstantin Becher glich für die Barthel-Sieben aus, Moritz Gutfrucht brachte sich erstmals in Führung (16:14). Aber Schweich hielt dagegen. Matthias Hertz netzte zum 16:16 ein und fand auch die passende Antwort auf Jonas Strüders 16:17.

Schweich: Reich, Schmidt - Hertz (4), Quary, T. Karrenbauer, C. Stein (3/1), Mangold, Schmitz (5), Nerling (2), M. Stein (3), Rohr, P. Karrenbauer.
Bendorf: Kunz, Boinski - Becher (1), Dreidoppel (2), Schmitt, Strüder (5), Gutfrucht (4), Litzmann, Mohrs (2/2), Barreteau, Kersten (3), Schaub.
Schiedsrichter: Hendrik Balagny/Julian Wiedenmann (TV Bad Ems).
Zeistrafen: 2:2.
Siebenmeter: 2/1:3/2.

Spiel um Platz 3:
TV Mülheim - HSC Schweich 26:25 n.S. (22:22)
Wie schon im Halbfinale musste Schweich erneut ins Siebenmeterwerfen und verlor auch ein zweites Mal. "Das ist für uns natürlich unglücklich gelaufen, weil wir uns mehr vorgenommen hatten", sagte HSC-Trainer Andreas Rosch. Mülheim blieb im kleinen Finale insgesamt hinter seinen Möglichkeiten zurück. Der Spielverlauf ähnelte im ersten Abschnitt stark dem Spiel gegen Vallendar. Mülheim lag zunächst zurück, drehte das Ergebnis dann zu seinen Gunsten (8:5), konnte sich aber nicht weiter absetzen. Im Gegenteil: Schweich glich wieder aus und nahm dank Christian Steins Siebenmetertor eine 12:11-Führung mit in die Kabine. Bis zum 18:17 lag das Rosch-Team immer vorne, bevor es in der Endphase munter hin- und herging. Timo Nerling besaß wenige Sekunden vor der Schlusssirene von der halblinken Position an den Kreis durchgebrochen die Chance zum Siegtreffer, kam aber nicht an Alexander Winkel vorbei.

Mülheim: Winkel - Freimuth (1), Zerwas (4/2), Helf (2), Dahmen (3), Nauroth, Vogt (5), Glaubetz (4), Langen (2), Exenberger, Schwenzer (1).
Schweich: Reich, Schmidt - Hertz (3), Quary (1), T. Karrenberger (6), C. Stein (3/2), Mangold (5), Schmitz (2), Nerling (2), M. Stein, Rohr, P. Karrenberger.
Schiedsrichter: Ernst Ebert/Richard Rosteck (TuS Weibern).
Zeitstrafen: 0:0.
Siebenmeter: 2/2:2/2.

Finale:
HV Vallendar - Turnerschaft Bendorf 31:25 (19:13)
Die Vallendarer legten mit einer guten Angriffsleistung den Grundstein zum Pokalerfolg und konnten so auch die eine oder andere Lücke in der Deckung kompensieren. Vor allem Lucas Gerdon hatte Zielwasser getrunken und war mit acht Toren erfolgreichster Endspielschütze der Löwen. Auf Bendorfer Seite hielt insbesondere Lucas Litzmann (8/3) dagegen. Vallendar lag nie zurück und stand bereits nach 30 Minuten so gut wie sicher als Sieger fest. Aus einem 15:12 machten die Einheimischen ein 19:13. Diese Lücke konnte Bendorf in der zweiten Halbzeit nicht mehr schließen. "So lange die Kraft da war, haben wir gut dagegengehalten. Trotz der Niederlage war es ein erfolgreicher Tag für unsere junge Mannschaft", resümierte TS-Trainer Christoph Barthel. Vallendar wurde nach dem Seitenwechsel noch einmal auf die Probe gestellt, als der Rheinlandligist auf 20:16 verkürzte, antwortete jedoch souverän und lag nach gut 50 Minuten sogar mit neun Treffern vorne (29:20). Danach gelang der Turnerschaft noch ein wenig Ergebniskorrektur.

Vallendar: S. Stein, Burgard - Hertz (3), Baldus (4), Lohner (2), Jackmuth (1), D. Stein (1), Schäfer (1), Woods (4), Graulich (2/1), Meder (2), Gerdon (8), Waldgenbach (3).
Bendorf: Kunz, Boinski - Becher (2), Dreidoppel (1), Schmitt (1), Flaming, Strüder (5), Gutfrucht (3), Litzmann (8/3), Mohrs (4/3), Barreteau, Kersten, Schaub (1).
Schiedsrichter: Ernst Ebert/Richard Rosteck (TuS Weibern).
Zeitstrafen: 5:3.
Siebenmeter: 2/1:7/6.

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