01. Januar 2018

Historisches Ergebnis zu Trinks‘ Abschied

Starker Auftritt der männlichen Rheinland-Pfalz-Auswahl beim Länderpokal in Berlin. Platz acht war das beste Ergebnis aller Zeiten beim Vergleich der Verbandsauswahlen.


Die Vorzeichen waren wahrlich nicht die besten: Nach der Sichtung war die Mannschaft im Vergleich zum Vorjahr aus terminlichen Gründen wesentlich seltener (fünf Lehrgangstage) zusammengekommen, bei Turnieren in Baden und Niedersachsen sprangen nur der letzte und vorletzte Platz heraus, auch wenn es zwei wichtige Maßnahme waren, um sich im Wettkampfmodus neu zu formieren und orientieren. Aber wenn man am wenigsten damit rechnet, sind im Sport häufig die größten Überraschungen möglich. Eine solche gelang der rheinland-pfälzischen Handball-Landesauswahl der Jahrgänge 2001 und jünger beim Länderpokal in Berlin, dem Höhepunkt schlechthin in der verbandsinternen Nachwuchsförderung. Die Talente aus Rheinhessen, der Pfalz und dem Rheinland sorgten mit dem achten Platz für ein historisches Ergebnis. Noch nie zuvor hatte sich das RLP-Team im Abschlussranking so weit nach vorne gekämpft. Landestrainer Marcel Trinks erntete viele Schulterklopfer und anerkennende Worte seiner Kollegen: "Ich wurde immer wieder gefragt, wie wir dieses starke Ergebnis mit den geringen zur Verfügung stehenden Trainingsmöglichkeiten erreicht haben. Auch von Bundestrainer Jochen Beppler gab es Komplimente."

In Vorrundengruppe C schwamm die Mannschaft um die beiden HVR-Spieler Jo Knipp (Mülheim) und Gianluca Herbel (Bassenheim) auf einer Erfolgswelle, schlug den Thüringer HV (34:21), den HV Niedersachsen (17:16), den HV Mecklenburg-Vorpommern (19:18) sowie den Südbadischen HV (25:21) und schloss die erste Turnierphase somit verlustpunktfrei auf dem ersten Rang ab. "Der unbändige Wille hat uns stark gemacht", verriet Trinks das Erfolgsgeheimnis.

Selbst der Mannschaft aus Sachsen, die fast komplett aus Spielern des Leipziger Handballinternats bestand, boten die Rheinland-Pfälzer sehr gut Paroli und zogen sich bei der 18:24-Niederlage prima aus der Affäre. In der anschließenden Platzierungsrunde um die Ränge fünf bis acht war dann allmählich die Luft raus. Der mit Zukunftshoffnungen aus den Hochburgen Gummersbach und Dormagen gespickte HV Mittelrhein behielt mit 31:19 die Oberhand und gegen Südbaden setzte es eine 14:19-Niederlage. "Die sieben Partien innerhalb von vier Tagen hatten viel Kraft gekostet", merkte Rheinland-Verbandstrainer Rudi Engel an.
Den Erfolg und die Zufriedenheit der Verantwortlichen auf der Bank schmälerten die beiden abschließenden Niederlagen nicht im Geringsten. "Platz acht war ein Top-Ergebnis für uns", freute sich Trinks, für den es nach drei Jahren als Landesauswahltrainer die Abschiedsvorstellung in dieser Funktion war. "So geht man gerne, es war ein krönender Abschluss", so der A-Schein-Inhaber, der sich bei seinen Mitstreitern für die fruchtbare Zusammenarbeit und das Vertrauen bedankte.

Umso höher bewertete Trinks den Erfolg vor dem Hintergrund, dass rund die Hälfte seines Länderpokal-Aufgebots dem jüngeren 2002er-Jahrgang angehörte. "Es handelte sich bei der Zusammenstellung des Teams um rein qualitative Entscheidungen. Das lässt uns für die kommenden Jahre hoffen. Der Länderpokal hat aber auch deutlich gemacht, dass es unabdingbar für Rheinland-Pfalz sein wird, eine Förderung durch ein Leistungszentrum zu installieren. Auch, um unsere Talente im eigenen Bundesland halten zu können." "Auch von den Jüngeren haben einige Akzente gesetzt und gezeigt, dass sie zurecht zur Mannschaft zählten. Bei anderen machten sich hingegen die körperliche Nachteile noch bemerkbar", so Engel.

Zwei aus dem Handballverband Rheinland hervorgegangene und inzwischen "auswärts" spielende Talente machten in Berlin ebenfalls auf sich aufmerksam. Der Wellinger Moritz Körnert gewann mit den Füchsen Berlin den Länderpokal, der frühere Bendorfer und inzwischen für die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen spielende Jan Waldgenbach, der mit Hessen das Finale verlor (25:30), wurde sogar ins Allstar-Team als Bester des Turniers im rechten Rückraum gewählt.

Für die RLP-Auswahl spielten: Robin Dautermann, Felix Kadow - Luka Wilbrandt (30), Nils Röller (23), Benjamin Lincks (17), Jan-Philipp Winkler (15), Paul Blohm (12), Jo Knipp (10), Florens Steck (9), Jan-Philipp Werthmann (7), Jan Eckel (5), Nils Mader (5), Luis Mader (5), Luis Maier (5), Bjarne Hartmann (5), Finn Engelmann (3), Gianluca Herbel (1).

Länderpokalsieger aus Welling: Rudi Engel (2. von rechts), Marcel Trinks (2. von links) und seine Eltern gratulierten Moritz Körnert zum tollen Erfolg mit der Berliner Auswahl.

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