17. Dezember 2017

TV Mülheim verteidigt seinen Titel

Der alte Rheinlandpokalsieger ist auch der neue: Der TV Mülheim gewann am Samstag das Sparkassen-Final-Four des Handballverbandes Rheinland durch einen knappen 19:18-Endspielsieg über die SG Gösenroth/Laufersweiler.


Alexander Winkel taucht ins rechte untere Eck seines Tores ab, pariert den letzten Wurf des Endspiels im Sparkassen-Final-Four und beginnt zu jubeln. Der Torhüter des TV Mülheim besteht die abschließende Prüfung der SG Gösenroth/Laufersweiler und sichert seiner Mannschaft den Gewinn des Handball-Rheinlandpokals. Winkels Parade verhindert Sekunden vor der Schlusssirene den Ausgleich der Hunsrücker zum 19:19 und damit einen Nachschlag in der Sporthalle des Mülheim-Kärlicher Schul- und Sportzentrums.

Lange Zeit sah Gösenroth wie der Sieger aus. "Wir hätten es verdient gehabt", meinte SG-Trainer Igor Domaschenko. Bitter aus Sicht seines Teams, das bereits vor einem Jahr im Halbfinale am TVM gescheitert war: Es lag im Endspiel lediglich einmal hinten, und zwar als Julian Vogt in der 39. und vorletzten Minute das entscheidende 19:18 erzielte. Drei Minuten zuvor hatten die Kombinierten noch mit 18:16 geführt. Viele leichte Fehler im Angriff raubten ihnen den zum Greifen nahe ersten Pokalerfolg und Trainer Domaschenko, der in der bevorstehenden Winterpause sein Traineramt niederlegen wird, ein mögliches Abschiedsgeschenk. "Entscheidend waren die zwei Zeitstrafen gegen uns in der Endphase. Das hat Mülheim genutzt", analysierte Domaschenko.

Mülheim kann zum zweiten Mal in Folge den Pokal in seine Vitrine stellen und an der ersten Runde des DHB-Amateurpokals teilnehmen, die für den 10. Februar angesetzt ist. "Wir hoffen am Fastnachtsamstag natürlich auf ein Heimspiel und freuen uns auf einen unbekannten Gegner aus einem anderen Verband. Das ist auch einmal Neuland für uns", so Mülheims zufriedener Trainer Hilmar Bjarnason.
Der Gastgeber, der im Halbfinal-Derby gegen den HV Vallendar auch mit dem Quäntchen Glück auf seiner Seite als 14:13-Sieger das Feld verließ, tat sich nach dreistündiger Pause schwer, im Finale in Fahrt zu kommen. "Aber am Ende haben wir gezeigt, dass wir das Endspiel auch gewinnen wollten", so Bjarnason.

Gösenroth marschierte mit einem 14:9-Erfolg über den TV Güls ins erste Pokalfinale seiner Geschichte. Der Verbandsligist verkaufte sich teuer, verlor aber aufgrund einer Schwächephase in den ersten und letzten fünf Minuten. "Nach dem 1:5-Rückstand war die Hemmung weg und die Mannschaft hat diese Bühne genossen", schwärmte Trainer Christian Hilger. Den Applaus des neutralen Publikums hatte der Außenseiter sowohl gegen Gösenroth als auch im kleinen Finale gegen Vallendar auf seiner Seite. "Wir haben gegen Vallendar aber gemerkt, dass ein Oberligist dynamischer spielt. Bei uns kam häufig der letzte Pass nicht an, was auch am ungewohnten Spiel mit Harz lag." Vallendar kam zu vielen einfachen Treffern im Tempogegenstoß und behielt mit 23:10 die Oberhand. Übungsleiter Christoph Barthel trauerte der verpassten Gelegenheit gegen Mülheim nach: "Das war eine unglückliche Niederlage für uns im Halbfinale."

Nach zwei Final-Four-Turnieren kurz vor Weihnachten kann der Handballverband Rheinland seinen Rahmenspielplan 2017/18 wieder etwas entzerren, weil die Deadline, bis zu der der Verbandspokalsieger feststehen muss, wieder nach hinten verlegt wurde.

Finale:
TV Mülheim - SG Gösenroth/Laufersweiler 19:18 (8:10)
Mülheim:
Zelter, Winkel - Hommen (1), Freimuth (1), Zerwas (5/2), Helf (2), Dahmen (3), Nauroth (2), Vogt (1), Rieder, Langen (3), Ebel, Schwenzer (1), Becker.
Gösenroth/Laufersweiler: Olivier, M. Scherschlicht - D. Scherschlicht (2), L. Schneider (2), Nicolae (2), Koch (1), J. Schneider, Saam, Conrath (1), Reuter (4/4), Löwen (4), Domaschenko (2), Friedrich.
Schiedsrichter: Erik Kruber/Ingo Nitsche.
Zeitstrafen: 0:2.
Siebenmeter: 2/3:4/5.
Besonderheit: Disqualifikation gegen Gösenroths Florin-Cornel Nicolae (20.).

Spiel um Platz 3:
HV Vallendar - TV Güls 23:10
Vallendar:
Burgard, Boinski - Hertz (1), Lohner (2), Schaub, Busse, Strüder (3), Gutfrucht (7), Offermann (2), Woods (3), Schleier (4), Schmitt (1).
Güls: J. Schleidweiler, Emmerichs - Müller, D. Kröber, Wetzel, Heyer, J. Kröber, S. Schleidweiler, Sattler, Schwitkowski (1), Lütkemeier (4), Dodes (2), Kreuter (2/2), Weirich (1).
Schiedsrichter: Erik Kruber/Ingo Nitsche.
Zeitstrafen: 0:1.
Siebenmeter: 0/0:2/3.

Halbfinale:
HV Vallendar - TV Mülheim 13:14
Vallendar:
Burgard, Boinski - Hertz (2), Lohner, Schaub (1), Busse, Strüder (2), Gutfrucht (3), Offermann (4/2), Woods, Schleier (1), Schmitt.
Mülheim: Zelter, Winkel - Hommen (3), Freimuth, Zerwas (3/2), Helf (1), Dahmen, Nauroth, Vogt (2/2), Langen (2), Backes (2), Ebel, Schwenzer (1), Becker.
Schiedsrichter: Ernst Ebert/Richard Rosteck.
Zeitstrafen: 3:1.
Siebenmeter: 2/2:4/5.

TV Güls - SG Gösenroth/Laufersweiler 9:14
Güls:
J. Schleidweiler, Emmerichs - D. Kröber, Heimes, Heyer (3), J. Kröber, S. Schleidweiler, Sattler (1), May, Schwitkowski (2), Lütkemeier (2), Dodes (1), Kreuter, Weirich.
Gösenroth/Laufersweiler: Olivier, M. Scherschlicht - D. Scherschlicht (1), L. Schneider (1), Nicolae, Koch, J. Schneider, Saam (1), Conrath (3), Reuter (1), Löwen, Domaschenko (4), Friedrich (3/3).
Schiedsrichter: Ernst Ebert/Richard Rosteck.
Zeitstrafen: 1:0.
Siebenmeter: 0/1:3/4.

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